RWDR Montage und Demontage – Radial Wellendichtringe

Radial-Wellendichtringe, Montage- und Demontage

Beschreibung

Hinweise zur richtigen Montage und Demontage von Radial-Wellendichtringen, auch bekannt unter den handelsüblichen Bezeichnungen: Wellendichtring, Wellendichtringe, Wellendichtung, Wellendichtungen, Simmerring®  oder Simmerringe.

Allgemeines

Die Auswirkungen einer unsachgemäßen Montage, einer falschen Werkstoffauswahl, des falsches Schmiermittels oder durch falsche Lagerung werden häufig unterschätzt.

Da in ca. 25 – 30 % die Ausfallursache eines Radial-Wellendichtringes auf einer falschen Montage beruht, haben wir hier alle wesentlichen Faktoren für eine korrekte Montage und Demontage nochmals aufgelistet.

Radial-Wellendichtringe sollten bis zur endgültigen Verwendung in der Verpackung gelagert werden um sie vor Staub und Schmutz zu schützen. Vor der Montage ist auf eine unbeschädigte Verpackung zu achten.

Bei der Montage dürfen die Wellendichtringe nicht mit scharfen Gegenständen wie Metallspänen, Fingernägeln, oder gar scharfen Kanten von Montagewerkzeugen, Wellen- oder Gehäusefasen in Berührung kommen.

Schmierung vor der Montage oder nicht ?

Heute nur noch selten verwendete Radial-Wellendichtringe mit einer Dichtlippe aus Leder, müssen vor der Montage in Öl getränkt werden. Das leichte Einfetten der Bohrung bei Radial-Wellendichtringen mit einem gummierten Außenmantel erleichtert ebenfalls die Montage.

Dichtringe mit einer Dichtlippe aus PTFE werden immer trocken montiert.

Im Internet kursieren viele Meinungen ob Radial-Wellendichtringe aus Elastomeren vor dem Einbau gefettet, mit dem Schmierstoff gegen den später auch abgedichtet werden soll eingeölt, mit Graphitfett, Vaseline oder trocken eingebaut werden sollen.

Eine Benetzung der Welle bzw. des Dichtringes mit dem Schmierstoff gegen den später auch abgedichtet werden soll, sowie eine Fettfüllung zwischen Dichtlippe und Staublippe erleichtern ohne Zweifel das Gleiten des Dichtringes auf der Welle, sowie die Montage.

Aber ist dies auch sinnvoll ?  Siehe hierzu unter „Anfänglicher Trockenlauf“ ein Beitrag aus der Publikation „Fachwissen-Dichtungstechnik“.

Zum leichteren Gleiten des Wellendichtringes bei der Montage in der Bohrung kann der Außenmantel des Wellendichtringes vor der Montage geschmiert werden. Aber Vorsicht !

Keinesfalls die Dichtkante mit Fett oder Öl schmieren. Unter www.fachwissen-dichtungstechnik.de (Kapitel 8, Seite 6/7) steht hierzu:

Anfänglicher Trockenlauf

Beim ersten Start eines neuen Motors oder Getriebes gelangt erst nach einigen Sekunden oder gar erst nach Minuten Öl an die Wellendichtung. Eine wichtige Frage war deshalb, ob ein anfänglich kurzfristiger Trockenlauf später die Zuverlässigkeit der Dichtung nachteilig beeinflusst. Laborversuche zeigten, dass ein anfänglicher Trockenlauf (3 Minuten bei einer Wellendrehzahl von 3000/min eine breitere  Berührzone zur Folge hatte (0,3 mm anstatt 0,15…0,20 mm bei Schmierung von Anfang an). Dies führte jedoch nicht zu statistisch erkennbaren Nachteilen hinsichtlich der dynamischen Dichtheit im späteren Betrieb. Man kann also darauf verzichten, Radial-Wellendichtringe vor der Montage zu schmieren, auch wenn sie betriebsbedingt erst Minuten später mit Schmiermittel in Berührung kommen. Das Einfetten vor der Montage führt statistisch mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass Schmutzpartikel in den Dichtspalt gelangen und eventuell schon beim ersten Start spontane Undichtheit verursachen. Auch Reparaturwerkstätten sollten beim Ersatz von Radial-Wellendichtringen unbedingt darauf verzichten, die Dichtkanten mit Schmierfett zu behandeln ! Generell gilt: Hände weg von der Dichtkante eines Radial-Wellendichtrings. Undichtheit ist geradezu vorprogrammiert, wenn nach der Montage auch nur die kleinste Faser zwischen Dichtkante und Welle eingeklemmt ist.

Eigentliche Montage

Im ersten Schritt ist es wichtig zu prüfen ob sowohl die Welle als auch die Bohrung sauber sind, da jeglicher Schmutz später zu einer Leckage führen würde.

Um eine Beschädigung des Wellendichtringes während der Montage zu vermeiden, darf die Welle weder verschmutzt, noch verkratzt oder gar korrodiert sein.

Da der Innendurchmesser des Wellendichtringes kleiner als der Nenndurchmesser der Welle ist, muss er bei der Montage aufgedehnt werden. Daher ist es wichtig, dass die Welle abhängig von der Einbaurichtung mit einer Fase oder einem Radius versehen ist. Entsprechende Angaben finden Sie im Dokument „Radial-Wellendichtringe Einsatz- und Betriebsbedingungen“.

Falls die Welle mit einer Keilnut, oder einem Nutflansch versehen ist, können Sie um eine Beschädigung der Dichtlippe bei der Montage zu vermeiden, auch eine entsprechende Montagehülse verwenden.

Bitte beachten Sie, dass die Dichtlippe immer dem abzudichtenden Medium zugewandt sein muss.

Des Weiteren ist zu beachten, dass auch die Aufnahmebohrung an der offenen Seite mit einer entsprechenden Anschrägung versehen sein muss. Hier sollte die Fase 15 – 20o betragen. Die Anfasung muss gratfrei ausgeführt sein, damit es bei Radial-Wellendichtringen mit einer Außengummierung nicht zu Abscherungen beim Einpressen in das Gehäuse kommen kann.

Bei zweigeteilten Gehäusen sollten nur Radial-Wellendichtringe mit einer Gummierung oder Teilgummierung eingebaut werden, da Dichtlacke oder Klebstoffe hier ungeeignet sind.

Wird der Wellendichtring mit einem Hammer montiert, so ist unbedingt eine Montageplatte zu benutzen. Empfehlenswert ist es das benutzte Montagewerkzeug exakt auf die jeweilige Abmessung und Bauform des Radial-Wellendichtringes abzustimmen. Hierzu werden von SEALWARE und im Handel unterschiedliche Sets für die Montage und Demontage angeboten, die gewährleisten das der Druck gleichmäßig über den metallverstärkten Teil des Wellendichtringes erfolgt und die Dichtung nicht schon während der Montage deformiert wird.

Für eine Leckage freie Funktion des Dichtringes ist es wichtig dass es während der Montage nicht zu einer Schrägstellung des Dichtringes kommt, sich die Feder nicht umstülpt oder gar abfällt, der Ring nicht deformiert wird und das er exakt an der gewünschten Stelle in der Bohrung fixiert wird.

Um ein Umstülpen der Dichtlippe zu vermeiden und auch um die Rückfederung und Schrägstellung bei gummierten Dichtringen zu minimieren, sollte der Dichtring gleichmäßig in die Bohrung gepresst und nicht in einem Zug montiert werden.

Wird der Radial-Wellendichtring, z. B. bei Ringen mit einem metallischen Gehäuse in die Bohrung eingeklebt, so ist unbedingt darauf zu achten, dass kein Klebstoff an die Welle oder die Dichtlippe gelangt.

Montage von Dichtringen mit Dichtlippe aus PTFE

Wellendichtringe mit einer Dichtlippe aus PTFE werden immer trocken montiert.

Ansonsten gelten für die Montage von Radial-Wellendichtringen mit einer Dichtlippe aus PTFE, die gleichen Richtlinien wie für Wellendichtringe aus Elastomeren.

Damit die Dichtlippe bei der Montage nicht beschädigt wird, empfehlen wir zur Montage einen Montagedorn mit einer Auflaufschräge von 10o – 15o zu verwenden.

Bei Austausch eines Wellendichtringes mit PTFE Dichtlippe darf der neue Ring nicht auf der alten Laufstelle zum Einsatz kommen. Dies kann durch den Einsatz eines Distanzringes, der Wahl einer anderen Einpresstiefe in der Bohrung, den Austausch von Wellenbuchsen oder in Form einer geeigneten Wellenschutzhülse erfolgen.

Mögliche Fehlerquellen

Während des Einbaus des Radial-Wellendichtringes kommt es immer wieder einmal vor, dass die Wurmfelder bei der Montage abfällt. Dies führt schon kurzfristig zu einem Ausfall der Dichtung und kann je nach Anwendung sehr hohe Kosten verursachen.

Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Federseite zum Ölraum zeigt. Bei einem umgekehrt eingebauten Wellendichtring würde bei einer rotierenden Welle durch die falsche Montage Öl austreten.

Die Vorgaben der DIN 3760 / 3761 an die Wellenlaufflächen hinsichtlich Oberflächenhärte, Bearbeitung der Wellenlauffläche, Rauhtiefe etc. sind unbedingt einzuhalten um eine einwandfreie Abdichtung zu gewährleisten.

Beim Einbau von Radial-Wellendichtringen kommt es hin und wieder auch zu Scheinleckagen. Ein möglicher Grund dafür ist, dass im Bereich zwischen Dichtlippe und Staublippe zu viel Fett eingefüllt worden ist, das im Betrieb seine Konsistenz verliert und somit die scheinbare Leckage verursacht.

Die maximal eingefüllte Fettmenge sollte ca. 40 % des zur Verfügung stehenden Fettraumes betragen.

Sollten Sie einmal bei irgendwelchen Fachbegriffen nicht weiterwissen, vielleicht hilft Ihnen das Glossar auf der SEALWARE Homepage.

Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Youtube Videos.

Wo kaufen

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Simmerring® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Carl Freudenberg KG

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